Von Eugen Keusch bekommen die Kunden gerne einen Korb
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Schon der Vater und der Großvater waren Korbflechter. Eugen Keusch führt die Familientradition fort. 

Aufträge, die er nicht direkt beim Kunden oder auf dem Ausstellungsgelände bearbeiten kann, gibt der Korbhändler an eine Werkstatt weiter. „Unsere eigene in Mönchengladbach ist im letzten Jahr samt Lager abgebrannt", erzählt Keusch.

Zusammen mit Ehefrau Inge und Sohn „Kalli" kümmert sich Eugen Keusch nun um sein verbliebenes Geschäft an der Wasserstraße und um die Planung der Wintersaison: Sein Stand auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr um eine Besonderheit reicher: Ein überdimensionaler Korb, in den ein noch größerer Tannenbaum eingepflanzt wird.


Die Produktivität einer Stadt macht sich zumeist an großen Namen fest. Opel, Krupp oder Steilmann kennt hier jeder. Dabei gibt es viel mehr Produkte „made in Bochum" als Autos und Kleidung. Die Ruhr Nachrichten haben danach gesucht und eine ganze Reihe Betriebe entdeckt, die interessante oder ungewöhnliche Dinge herstellen - oftmals im Verborgenen. In diesen Wochen stellen wir in loser Folge diese Unternehmen vor.


Dieser Artikel erschien am 15. September 1997 in den Ruhr Nachrichten in Bochum unter dem Autorenkürzel bifi.

Ruhr Nachrichten-Serie “Made in Bochum”

VON EUGEN KEUSCH BEKOMMEN DIE KUNDEN
GERNE EINEN KORB

Wer von Eugen Keusch einen Korb bekommt, kann sich Farbe, Form und Größe aussuchen. Blau, grün, naturbraun oder bunt, mit Henkel oder ohne, für den Single-Einkauf oder die Großfamilie.


Allein 50 verschiedene Einkaufskörbe hat er im Sortiment, hinzu kommen geflochtene Stühle, Sessel, Tische, Schränke und Accessoires - vom Teppichklopfer bis zur Wäschetruhe, vom Picknickkorb bis zum Puppenwagen, vom Hundebett bis zum Vogelnest.


Die meisten seiner Produkte, die es auf dem Gelände an der Wasserstraße 308 a zu kaufen gibt, bezieht Eugen Keusch aus Italien, Spanien und von Herstellern in Deutschland - aber auf Wunsch fertigt er auch Körbe nach Maß. „Regale für eine Nische in der Wohnung oder Wäschekörbe für einen ganz bestimmten Platz im Schlafzimmer kann ich nach individuellen Kundenwünschen bauen", betont der Firmenchef. Zur Auswahl stehen Materialien wie Rattan, Pulut (ungeschältes Peddigrohr), fein geschältes Manila-Rohr oder auch Papier: „Das wird so eng gedreht, daß es zu Stühlen und anderen Möbeln verarbeitet werden kann."


Das Korbflechten hat er von seinem Vater Karl gelernt - und der wiederum von seinem Vater. „Die ganze Familie hat irgendwie mit Rattan zu tun, schon seit der Jahrhundertwende. Meine Verwandten sind fast alle in der Branche tätig."


Auch Reparaturen und Kunstgeflechte bietet Keusch an: Den abgerissenen Henkel vom Einkaufskorb kann er ebenso richten wie die geflochtene Rückenlehne eines antiken Wiener Caféhaus-StuhIs, was eine besondere Technik erfordert. Selbst Heizungsverkleidungen sind kein Problem. Sogar eine komplette Gaststätte hat er schon eingerichtet, im Havanna-Stit mit Stroh und Peddigrohr.


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